Keramische Beläge im Schwimmbadbau Voraussetzung - Ausführung
Beckenkörper aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton)
Betonbaukörper, die Wasserdruck ausgesetzt sind und die neben der Lastabtragung auch die Funktion der Abdichtung zu übernehmen haben, wie z. B. bei Schwimmbecken (weiße Wannen), erfordern einen wasserundurchlässigen Beton nach DIN 1045. Bei der Planung und Ausführung von Bauwerken aus wasserundurchlässigem Beton ist es notwendig, dass der Beton frei von durchgehenden Rissen bleibt, damit das Grundwasser nicht durch diese Risse (unzulässig) in das Gebäudeinnere einströmen kann. Es ist weiterhin bei der Planung zu beachten, dass selbst ein nichtgerissener Beton nur wasserundurchlässig und nicht wasserdicht ist.
-> Merkblatt - Wasserundurchlässige Baukörper aus Beton
Beton/Betonfertigteile müssen nach DIN 18157 mind. 6 Monate -, bei Verwendung flexibler Dünnbettmörtel (z.B. SCHÖNOX SK o. PFK) mind. 3 Monate alt sein, die Restfeuchte darf nicht mehr als 3 Gew.-% betragen. Die Restfeuchte bei Beton ist nur mittels der Darr-Methode zu bestimmen und kann in der Regel nicht vom Fliesenleger durchgeführt werden.
Das Betonbecken muss aus einem, nach DIN 1045, wasserundurchlässigen (WU)-Beton bestehen und dieses ist vor den Fliesenarbeiten durch eine Dichtigkeitsprüfung zu überprüfen, wie sie u.a. im ZDB-Merkblatt „Keramische Beläge im Schwimmbadbau“ beschrieben ist. Diese ist mit klarem Wasser, in Verbindung mit einer sogenannten Stoßchlorung zu vollziehen, das bedeutet, mit einem Chlorgehalt von > 2,0 mg/l über mind. 7 Tage.
Vor dem Betonieren steht die Planung des Beckens, wobei hier besonders der Ausführung des Beckenkopfes besondere Bedeutung zukommt, da es verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten gibt.
Man unterscheidet z.B. zwischen hochliegendem und tiefliegendem Wasserspiegel, wobei Becken mit tiefliegendem Wasserspiegel nur noch sehr selten zur Ausführung kommen.
Die zur Zeit wohl gebräuchlichsten Ausführungen sind die Finnische- und die Wiesbadener Rinne mit hochliegendem Wasserspiegel. Die Finnische Rinne hat eine eingetauchte Beckenbegrenzung als sogenannter Strandauslauf mit einer schiefen Ebene, die von der Beckenbegrenzung bis zur Überlaufrinne ansteigt.
Bei der Wiesbadener Rinne mit hochliegendem Wasserspiegel ist die Beckenbegrenzung senkrecht mit einer Handfasse aus einem Formstück.
Abdichtung des Betonkörpers
Schwimmbecken sind aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) zu erstellen.
Betonbecken die nicht wasserundurchlässig sind, bedürfen einer zusätzlichen Abdichtung gegen von innen drückendes Wasser, d. h. Wasser, das auf die Abdichtung einen hydrostatischen Druck ausübt.
Bei Betonbecken, die einer Abdichtung bedürfen, sind Abdichtungen mit Abdichtstoffen im Verbund mit keramischen Belägen anzuordnen. Diese Abdichtungen entsprechen den allgemein anerkannten Regeln der Technik.
-> Merkblatt: Keramische Beläge im Schwimmbadbau - Hinweise für Planung und Ausführung -
Etwaige Unebenheiten sind vor den Abdichtungsarbeiten vorzunehmen. Für die Beurteilung der Ebenflächigkeit gilt die DIN 18202-Tabelle 3- Zeile 7.
Hierzu eignet sich für die Wand, den Ausgleich von groben Unebenheiten oder Vertiefungen z. B. mit dem standfesten Universal-Reparaturmörtel SCHÖNOX PL nach Vorschrift zu erstellen. SCHÖNOX PL wird in einem zuvor aufgetragenen Spritzbewurf, bzw. in eine zuvor aufgetragene Haftbrücke verarbeitet. Bei Stärken von 10 bis 20 mm mit Zuschlägen von 65 Gew.% (SCHÖNOX QUARZSAND 0-3 mm) und von 20 bis 30 mm mit Zuschlägen bis max. 100 Gew.% (Estrichsand 0-8 mm) strecken, oder den Ausgleich von groben Unebenheiten oder Vertiefungen mit dem standfesten Universal-Reparaturmörtel SCHÖNOX PL PLUS nach Vorschrift erstellen. SCHÖNOX PL PLUS kann in einem Arbeitsgang ohne Zugabe von weiteren Zuschlägen in Schichtstärken von 3-30 mm aufgetragen werden und wird in den zuvor aufgetragenen Spritzbewurf, bzw. in die zuvor aufgetragene Haftbrücke verarbeitet.
Am Boden kann ein Ausgleich mit dem verfließenden Kunstharz-Zement-Ausgleichsmörtel SCHÖNOX FPL PLUS auf dem grundierten Untergrund nach Vorschrift erstellt werden. SCHÖNOX FPL PLUS kann in einem Arbeitsgang, ohne Zugabe von weiteren Zuschlägen, in Schichtstärken von 3-40 mm und mit Zuschlägen von 65 Gew.-% (SCHÖNOX QUARZSAND 0-3 mm) in Schichtstärken bis 60 mm verarbeitet werden.
Das DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin) hat im Februar 1999 „Abdichtungsstoffe im Verbund mit Fliesen und Plattenbelägen für Bauwerksabdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser bei hoher Beanspruchung“ in die Bauregelliste A, Teil 2 aufgenommen.
Wand- und Bodenflächen von Schwimmbecken mit Füllwasser mit Trinkwasser-eigenschaften im Innen- und Außenbereich gehören, gemäß Bauregelliste A, Teil 2, Lfd. Nr. 1.10, mit abP zur Beanspruchungsklasse B.
Die Mindesttrockenschichtdicken betragen bei: Polymerdispersionen > 0,50 mm Mörtel-Kunstoff-Kombinationen > 2,00 mm Reaktionsharzen > 1,00 mm und müssen in mindestens 2 Lagen aufgetragen werden.
Bei der Ausführung des Beckenkopfes ist darauf zu achten, dass eine kapillarbrechende Füllung zwischen Becken und Beckenumgang eingebracht wird.
Bei hochliegendem Wasserspiegel, werden die Beckenkopfsteine überwiegend im Dickbett verlegt und da ein Mörtelbett wasserführend ist, wird nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren Wasser unter die Fliesen des Beckenumgangs gelangen. Daher ist eine kapillarbrechende Füllung, z. B. mit SCHÖNOX CON BODEN, einzubauen.
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Verlegung des Beckenkopfes im Dickbett
Scheinwerfer, Düsen oder Bodeneinläufe müssen grundsätzlich mit einem Flansch versehen sein, der in die Flächenabdichtung mit eingebunden wird. Der Flansch soll sich bündig zur Betonoberfläche befinden.
Es gibt Klebeflanschverbindungen, hier wird die Abdichtung direkt auf den Flansch aufgebracht. Der Flansch sollte so konstruiert sein, dass eine optimale Anhaftung der Abdichtung auf dem Flansch gewährleistet ist. Die Andichtflanschbreite soll mindestens 5 cm betragen.
Der PVC-Klebeflansch ist durch Anschleifen anzurauen und zu besanden, so dass sich die Abdichtung (z.B. die flexible, zementäre Dichtschlämme SCHÖNOX 1K–DS) die ausreichende Verbindung eingehen kann. Sofern eine Besandung werkseitig festhaftend vorliegt, ist dieses als Klebeflansch möglich, ansonsten kann eine Besandung mit der Epoxi-Grundierung SCHÖNOX GEA und eine Absandung mit einem feuergetrockneten Quarzsand der Körnung 0,2-0,8 mm erfolgen.
In die frische Dichtschlämme SCHÖNOX 1K-DS ist eine SCHÖNOX DICHTMANSCHETTE fachgerecht einzulegen.
Grundsätzlich sind PVC- und Edelstahluntergründe vor Abdichtungsarbeiten anzuschleifen, sofern nicht werksseitig eine haftungsvermittelnde Schicht vorhanden ist.
Im Bereich der Edelstahluntergründe ist es von Vorteil, die Dichtmanschetten mit der Epoxidharz-Abdichtung SCHÖNOX GEA/EA anzubringen, an die wiederum die Dichtschlämme SCHÖNOX 1K-DS sicher angeschlossen werden kann.
Der Werkstoff Polyethylen (PE) als Klebeflansch ist nicht geeignet, da mit keinem Abdichtungsmaterial auf PE eine Haftung erzielt werden kann. Hier ist dann eine Lose-/Fest-Flanschkonstruktion einzusetzen, wobei hier die Dichtmanschette zwischen zwei Flanschen zusammengepresst wird und für alternative Abdichtungen geeignet sein muss.
Nach Abschluss der Abdichtarbeiten ist das Becken vor den Fliesenarbeiten durch eine Dichtigkeitsprüfung zu überprüfen, wie sie u.a. im ZDB-Merkblatt „Keramische Beläge im Schwimmbadbau“ beschrieben ist. Diese ist mit klarem Wasser, in Verbindung mit einer sogenannten Stoßchlorung zu vollziehen, das bedeutet, mit einem Chlorgehalt von > 2,0 mg/l über mind. 7 Tage.
Fliesenverlegung und Verfugung
Die Herstellung der Fliesenbekleidungen im Dünnbettverfahren ist nach DIN 18157-1 zur Erzielung einer vollflächigen Einbettung der Fliesen im kombinierten Ansetzverfahren (Floating/Buttering ) z. B. mit SCHÖNOX SK oder PFK vorzunehmen.
Die Verfugung der Fliesen wird idealerweise mit dem zementären Fugenmörtel SCHÖNOX PDF (Profi-Dur-Fuge) durchgeführt. SCHÖNOX PDF eignet sich zur Verfugung von Schwimmbädern, Beckenköpfen und Schwimmbadumgängen im Innen- und Außenbereich.
Bei einem Einsatz von Glasmosaik ist nur vorderseitig papierverklebtes Mosaik zu verwenden und die Verklebung und Verfugung erfolgt mit SCHÖNOX CF Epoxidharz-Colorfuge.

Ein hochwertiges fast fertig gestelltes Schwimmbecken mit Glasmosaik
Nach Fertigstellung des Beckens wird die Erstbefüllung, frühestens nach 7 Tagen, ebenfalls mit der sogenannten Stoßchlorung durchgeführt. Diese erfolgt mit klarem Wasser und einem Chlorgehalt von > 2,0 mg/l über mind. 5 Tage.
Wir empfehlen, den Unterhalt des Beckens entsprechend der Norm für öffentliche Bäder, DIN 19643, auszuführen.
Hierzu zählt insbesondere:
- Filterspülung täglich
- Schwimmbeckenreinigung mit Entleerung jährlich
- Beckenbodenreinigung 2mal wöchentlich
- Beckenwandreinigung alle 2 Wochen
- Überlaufrinnenreinigung wöchentlich
Bei den Reinigungsarbeiten sind gem. der DIN Sauggeräte und Bürsten einzusetzen. Bei der jährlichen Schwimmbeckenreinigung mit Entleerung ist eine gründliche Reinigung, z. B. durch Scheuern und Desinfektion des Beckenbodens und der Beckenwände vorzunehmen. Reinigungsmittelrückstände sind durch eine gründliche Spülung zu entfernen.
Insbesondere sollte auch gem. der DIN 19643 die verfahrensgerechte Flockungsfiltration geprüft werden, damit das aus dem Badewasser ausfallende Phosphat gebunden wird und somit keinen Nährstoff für Algen bilden kann.
Weitere Merkblätter zu dieser Thematik:
- Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V.
- Merkblatt Nr. 25.05: Sanierung von Schwimmbeckenkonstruktionen
- Merkblatt Nr. 25.01: Stahlbetonbecken mit keramischen Auskleidungen – Schwinden und dessen Einfluss auf das Verbundverhalten
- Merkblatt Nr. B 66: Überwintern von Becken in Freibädern
- Merkblatt Nr. 94.04: Hygiene, Reinigung und Desinfektion in Bädern
- Merkblatt Nr. 65.01: pH-Wert – Einstellung bei Anlagen zur Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser
- Merkblatt Nr. 25.04: Schwimmbecken aus Stahlbeton und Stahlbeton-Fertigteilen.
Die Informationen entsprechen dem Stand von 06/2005.
Autor: Michael Semar Anwendungstechnik Fliesentechnik
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