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SCHÖNOX RENO-ESTRICH-SYSTEM 

 

 

 

Alte und genutzte Bodenbeläge sowie Rückstände von Klebstoffen und Spachtelmassenschichten sind als Verlegeuntergrund problematisch. Wenn eine Verlegung auf diesen Untergründen erfolgen soll, sind besondere Maßnahmen erforderlich, z. B. mechanisches Entfernen loser und schwach haftender Klebstoff- und Spachtelmassenschichten.

Insbesondere beim Vorliegen mehrerer Schichten alter Hilfsstoffe, ist sowohl das Erkennen dieser Schichten, aber auch das Entfernen mit einem enormen Aufwand verbunden. Dazu kommt, dass in der Regel solche Aufbauten auf Estrichen erfolgen, deren ursprüngliche Eigenschaften wie Festigkeit und Stabilität über die Jahre gelitten haben.

Werden dann die Sanierungsmaßnahmen auch noch bei laufendem Betrieb durchgeführt, das heißt die Wohnungen bleiben aus Kostengründen bewohnt, kommen auf die Nutzer erhebliche Belastungen durch Lärm, Verschmutzungen und Nutzungseinschränkungen hinzu.

Auch werden in der Regel bei der Vorbereitung der Untergründe durch mechanisches Bearbeiten diese weiter geschädigt. In vielen Fällen ist daher nach dem Entfernen der Hilfsstoffschichten der Estrich soweit marode, dass nur noch ein Rückbau erfolgen kann.

Zu den Renovierungskosten fallen dann zusätzliche Kosten für die Entsorgung des Estrichs und die eventuell darunter befindliche Dämmung an. Ebenfalls sind die Kosten für einen grundlegenden Neuaufbau zu berücksichtigen.

Fachverleger, aus welchem Gewerk sie auch kommen, haben, sobald sie sich mit Bodenbelagsarbeiten beschäftigen, die VOB Teil C, für Allgemeine vertragliche Bedingungen für Bauleistungen zu berücksichtigen“. Die DIN 18365 Bodenbelagsarbeiten bzw. die DIN18356 Parkettarbeiten regeln unmissverständlich, welche Anforderungen ein Untergrund erfüllen muss, um als verlegereifer Untergrund zur Aufnahme von Oberbelägen eingestuft zu werden. Ebenfalls sind die Prüfungspflichten genannt, die einer Oberbelagsverlegung vorangehen müssen.

In der Regel sind Altuntergründe mit anhaftenden Resten alter Hilfsstoffschichten bzw. Estriche von denen diese alten Schichten mechanisch entfernt wurden, nicht als verlegereifer Untergrund einzustufen.

Nach der mühevollen Entfernung der Altbeläge wird dem Unternehmer klar: Der hohe mechanische Aufwand bei alten Mischuntergründen mit anhaftenden verbundschwachen Spachtel- und Klebstoffschichten, gerissenen Estrichen, wasserlöslichen Klebstoffresten, etc. reicht nicht aus. Es besteht die Notwendigkeit des Einsatzes von Spezialprodukten wie Grundierungen und Spachtelmassen oder es ist gar die Teil- oder Komplettentfernung des Untergrundes notwendig. Das bedeutet für den Bauherrn ein kaum zu kalkulierendes Kostenrisiko.

Erschwerend kommt hinzu, dass bei Renovierungsmaßnahmen oftmals gestiegene Komfortansprüche zu berücksichtigen sind. Um dies zu realisieren, stehen unterschiedlichste Entkopplungssysteme zur Verfügung. Entweder stehen für deren Einsatz jedoch die erforderlichen Aufbauhöhen nicht zu Verfügung, sie erfüllen die Anforderungen hinsichtlich der gewünschten Komfortverbesserung (z. B. Trittschallverbesserung) nur unzureichend oder schränken die Auswahl der möglichen Bodenbeläge ein.

Hier bietet das Entkopplungssystem SCHÖNOX RENO-ESTRICH-SYSTEM eine alternative Lösung:

Das SCHÖNOX RENO-ESTRICH-SYSTEM vereinigt Eigenschaften in sich, die nahezu die Realisierung aller Wünsche des Bauherrn bei überschaubarem Aufwand ermöglichen.

  • Niedrige Aufbauhöhen ab 14 mm
  • Verbesserung des Trittschallschutzes
  • Geringes Flächengewicht
  • Auf Untergründen mit nicht ausreichender Formstabilität einsetzbar
  • Im Wohnbereich Verbesserung der Wärmedämmung

Flächengewicht Bei dem in der Regel ausreichenden Aufbau von 14 mm, SCHÖNOX RENO-TS 6 und 8 mm SCHÖNOX APF, ergibt sich ein Flächengewicht von ca. 19-21 kg/m². Zum Vergleich hierzu einige herkömmliche Fußbodenaufbauten:

Steinholz-Estrich im Verbund (20 mm):
ca. 24 kg/m²

Gussasphalt-Estrich auf Trennlage (30 mm):
ca. 66 kg/m²

Schwimmender Estrich (CT/CA, 40 mm):
ca. 88 kg/m²

Zulässige Lasten Trotz der geringen Aufbauhöhe kann das System hohe Lasten aufnehmen und bietet daher ein breites Einsatzspektrum. Einsetzbar für den Wohnungs-, und Gewerbebereich z. B. Wohnräume, Flure, Dachböden, Keller, Verkaufsräume, Büros, Schulen und Gastwirtschaften.


Wärmedämmung
Im häuslichen Bereich ist durch die Kombination mit druckstabiler Dämmung

eine Verbesserung der Wärmedämmung erzielbar. Unter Berücksichtigung steigender Energiekosten ein Aspekt, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Vorteile nochmals kurz zusammengefasst:

Das SCHÖNOX RENO-ESTRICH-SYSTEM ist schnell belastbar, flächenelastisch, druckbelastbar und flexibel. Dabei wird eine fertige Oberfläche für die Aufnahme nahezu aller Bodenbeläge erzielt. Beim Einsatz von Pumptechnik sind sehr große Flächenleistungen in kürzester Zeit möglich.

Die Verlegereife ist nach einer sehr kurzen Trocknungszeit von ca. 10 Tagen bei Normklima erreicht. Die Zeit kann durch das Aufstellen von Kondensationstrocknern verkürzt werden.

 

Selbstverständlich ist auch durch vorhergehende Schutzmaßnahmen eine Werterhaltung bestehender Untergründe möglich. Altbeläge brauchen in der Regel nicht entfernt zu werden.

Schritte im Einzelnen:

Untergrundvorbereitung
Je nach Erfordernis werden der Altbelag sowie lose Teile entfernt. Grobe Unebenheiten je nach Erfordernis mit standfesten/selbstverlaufenden Spachtelmassen oder Schnellestrichmörteln ausgleichen. Der Untergrund muss sauber, dauerhaft trocken und ausreichend tragfähig für die Aufnahme des Systems sein. Bei Bedarf können vor Einbau des Systems Abdichtungsbahnen gegen aufsteigende Bodenfeuchte gemäß DIN 18195 oder Wärmedämmungen eingebaut werden. Fehlstellen in Holzböden werden ersetzt, lose Holzdielen nachgeschraubt.

Zu erhaltende Nutzbeläge sind vor Auslegen von SCHÖNOX RENO-TS-6 vollflächig mit einer geeigneten Folie zu schützen.

Verarbeitung An allen aufgehenden Bauteilen ist ein Randdämmstreifen (mind. 10 mm) aufzustellen und zu fixieren. Anschließend erfolgt das Auslegen von SCHÖNOX RENO-TS-6. Die Bahnen werden dicht gestoßen sowie passgenau abgelängt. Auf eine ausreichende Akklimatisierung der Dämmbahn achten! Die Nähte werden anschließend mit doppelseitigem Klebeband abgeklebt. Ixel bzw. der Übergang von der Dämmunterlage zu den Randstreifen werden mittels Gewebeband abgeklebt. Hierbei ist auf das vollflächige Aufliegen von SCHÖNOX RENO-TS-6 auf dem Untergrund zu achten. Hiermit wird das Hinterlaufen der Spachtelmasse und somit die Gefahr von Schallbrücken oder Minderdicken im Randbereich verhindert.

In Durchgangsbereichen oder bei ungünstiger Raumgeometrie (Pfeiler in der Fläche, L-Form etc.) sind Dehnungsfugen zu berücksichtigen. Nach Trocknung der Spachtelmasse können diese wieder geschlossen werden.

Vor Beginn der Spachtelarbeiten empfiehlt es sich, insbesondere bei größeren Flächen, Höhenbezugspunkte mit z. B. Nivellierböcken festzulegen. Anschließend erfolgt das vollflächige Spachteln mit der selbstverlaufenden, sehr spannungsarmen, faserarmierten Calciumsulfat-Spachtelmasse SCHÖNOX APF.

Die Verarbeitung erfolgt entweder herkömmlich oder mittels Pumptechnik. Zur Erzielung ebener Flächen empfehlen wir den Einsatz von Stachelwalzen mit einer Stachellänge
> 30 mm. Hierdurch wird die Spachtelmasse im Verlauf unterstützt und zusätzlich entlüftet. Im Dehnungsfugenbereich darauf achten, dass die Spachtelmasse nicht über den SCHÖNOX NIVELLIERRANDSTREIFEN läuft. Gegebenenfalls, je nach geplanter Auftragsdicke der Spachtelmasse, eine zweite Lage Randstreifen aufkleben. Beim Spachteln an der Dehnungsfuge auf Höhengleichheit der Teilflächen achten.

Die Auftragsdicke von SCHÖNOX APF darf an keiner Stelle die geforderte Mindestdicke von 8 mm unterschreiten. Höhere Schichtdicken sind möglich, hierdurch verlängert sich jedoch die Trockenzeit der Spachtelschicht. Die klimatischen Verhältnisse haben einen wesentlichen Einfluss auf den erfolgreichen Einbau des Systems. Daher sind eine Mindesttemperatur von 15 °C (am Boden) und eine relative Luftfeuchte von max. 65 % erforderlich. Diese Bedingungen müssen bereits beim Auslegen von SCHÖNOX RENO-TS-6 gegeben sein.

Das RENO-ESTRICH-SYSTEM ist nach ca. 3 Std. begehbar. Eine Punktbelastung durch z. B. Leitern, Gerüste, etc. ist nach einer Trockenzeit von mind. 3 Tagen möglich.

Ohne Fuge können maximale Flächengrößen von 70 m² realisiert werden. Bis

zu 100 m² sind durch Zugabe von Streckgut (50 Gew.-% Quarzsand 0,2-0,8 mm) zu SCHÖNOX AP-FASER möglich. Fugenlos nur quadratische oder rechteckige Flächen (Breiten-Längenverhältnis 1:2) vorsehen. Bei abweichender Geometrie werden Dehnungsfugen erforderlich. Diese sind in Absprache mit den Technischen Verkaufsberatern oder der SCHÖNOX Anwendungstechnik einzuplanen. Ggf. sind dauerhafte Bewegungsfugenprofile einzusetzen. Bauwerksfugen müssen grundsätzlich im System übernommen werden.

Der Einsatz des SCHÖNOX RENO-ESTRICH-SYSTEMS setzt eine weitreichende Erfahrung bei der Beurteilung des Unterbodens und der baulichen Situation voraus (nicht jeder Untergrund - auch unter Berücksichtigung der Verkehrslasten – lässt sich derart sanieren!). Es empfiehlt sich daher, vorab eine Vor-Ort-Beratung durch die Technischen Verkaufsberater oder die SCHÖNOX Anwendungstechnik einzuholen.

Das System ist für die Aufnahme von allen textilen und elastischen Bodenbelägen sowie Parkett (geeignete Parkettsorten: ausschließlich 2- oder 3-Schicht-Fertigparkett, 8 mm/10 mm Parkett-Eiche) und von keramischen Belägen im privaten Bad- oder Küchenbereichen geeignet. Für die geplante Verlegung von keramischen Belägen und Parkett ist eine Sonderinformation einzuholen.

Die Informationen entsprechen dem Stand von 11/2007.

Autor:
Gerald Schmidt
Anwendungstechnik Fußbodentechnik