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Außentreppen: Wind und Wetter ausgesetzt 

 

 

 

Naturwerkstein mit Monokornmörtel und Trasszementverlegemörtel verlegt

Außentreppen: Wind und Wetter ausgesetzt (Konstruktionen, Verlegebedingungen etc.) Außentreppen gibt es heute in den verschiedensten Formen und Materialien. Was eine gute Außentreppe aus Fliesen, Platten oder Naturwerkstein ausmacht und worauf Sie bei Auswahl von Produkten und Belegung einer Treppe achten sollten, erfahren Sie hier.
Treppen, insbesondere auch Außentreppen gehören mit zu den anspruchsvollen Aufgaben des Fliesenlegers. Problematisch kann dabei nicht nur die Form und die Ausführung sein, sondern auch der geplante Konstruktionsaufbau und die Qualität der Ausführung der vorangegangenen Gewerke.

Für die Planung und Ausführung von Treppen, so auch für Außentreppen, sind besonders die Landesbauordnungen sowie die DIN 18064 Treppen, Begriffe und DIN 18065 Gebäudetreppen, Hauptmaße und die Merkblätter der Berufsgenossenschaft „Merkblätter für Treppen“ und „Sicherheit auf Treppen“ zu berücksichtigen.

Hinzu kommt, dass Außentreppen vergleichbar zu Terrassen und Balkonen, jeglichen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, so dass der Fliesenleger der erfolgreichen Ausführung eine sorgfältige Planung vorschalten muss. Insbesondere muss der vom Auftraggeber gewünschten Belag, Naturwerkstein oder Keramik, in der Planung Berücksichtigung finden, um so das geeignete Verlegesystem zu kalkulieren. Sofern als Belag ein Naturwerkstein gewählt wird, steht dem Fliesenleger vom DNV (Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.) die „Bautechnische Information Naturwerkstein 1.3 Massivstufen und Treppenbeläge, außen Stand: 2001“ zur Verfügung, welches sehr gute Informationen bietet.

Ein vergleichbares Merkblatt für die Ausführung mit Fliesen und Platten liegt zur Zeit nicht vor, hier stehen die Merkblätter vom Fachverband Deutsches Fliesengewerbe „Bodenbeläge aus Fliesen und Platten außerhalb von Gebäuden“ sowie „Hinweise für die Ausführung von Abdichtungen im Verbund mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“ zur Verfügung.

Da wie zuvor erwähnt, die Belastung von Außentreppen vergleichbar ist von Terrassen und Balkonen, sind auch vergleichbare Probleme vorhanden. Dabei sind bei beiden Belagsarten, Naturwerkstein wie Keramik, Rissbildungen, Hohllagen, Calciumcarbonat-Ausblühungen immer wieder feststellbar, bei Naturwerksteinen kommen Probleme der Bildung von Feuchtigkeitsflecken im Belag mitunter dazu. Die Problematik der Frostbeständigkeit bzw. von Frostschäden ausschließlich am Belag, sind bei Fliesen und Platten in den vergangenen Jahren zurückgegangen, wobei Frostschäden der Konstruktion zu genommen haben. Hier zeigt sich, dass insbesondere die Verklebung von sog. Feinsteinzeug besondere Maßnahmen und sorgfältigste handwerkliche Ausführung erfordert.

Naturwerkstein, verlegt in Trasszementverlegemörtel und erdfeuchter MIschung mit starken Feuchtigkeitsflecken nach Niederschlag

Bei der Auswahl eines Naturwerksteines steht die Berücksichtigung der Frostbeständigkeit hingegen sehr wohl im Mittelpunkt, insbesondere bei einigen Kalksteinsorten ist hier besondere Vorsicht angebracht. Zu allen erforderlichen Untersuchungen an Naturwerksteinen gem. der gültigen Normen, können hier ausführliche petrographische Analysen zur Bewertung der Beständigkeit hilfreich sein. Neben der Witterungsbeständigkeit ist auch die Trittsicherheit der Naturwerksteinoberfläche von entscheidender Bedeutung, hier haben sich Oberflächebearbeitungen beflammt, mittelgestockt, gestrahlt und bei porigen Materialien grob- bis mittelgeschliffen bewährt.

Bei der Ausführung des Oberbelages ist zum heutigen Zeitpunkt die Art der Verlegung von Naturwerksteinen und Fliesen und Platten auf Außentreppen zu trennen. Hierbei setzen sich bei der Naturwerksteinverlegung dränfähige Systeme und bei der Fliesen- und Plattenverlegung möglichst hohlraumarme und dichte Systeme durch.
Verlegung von Naturwerksteinen:

Bei der Verlegung von Naturwerksteinen werden dränfähige Systeme immer häufiger eingesetzt. Dabei sind dränfähige Systeme, zumindest mit Dränschichten aus Bahnen oder Vliesen unterhalb der Lastverteilungsschicht sicher nichts Neues, wenngleich dränfähige Lastverteilungsschichten erst in den letzten ca. 5 Jahren in Deutschland immer populärer werden. Richtungweisend sind hier auch die Hinweise aus dem zuvor genannten Merkblatt des DNV, welches Einkornmörtel oder auch Monokornmörtel bereits in den Empfehlungen berücksichtigt. Wichtig ist bei der Ausführung mit dränfähigen Systemen, dass auf eine kontrollierte Entwässerung geachtet wird und ein entsprechendes Gefälle bereits im Untergrund/Rohkonstruktion berücksichtigt ist bzw. erstellt wird.

Hierbei sollte ein Gefälle von 2 bis 3 %, wie es auch für die Oberflächen empfohlen wird, berücksichtigt werden. Nur so, ist ein entsprechend schnelles und sicheres Ableiten von Niederschlagwasser auf den Naturwerksteinoberflächen und eingedrungenem Wasser über die Drainage gewährleistet. Entscheidend dabei ist auch eine entsprechende Wasserführung /-ableitung am Fußpunkt der Treppe über z. B. eine Rinne oder ein Weiterführen des Wassers über eine dränfähige Konstruktion.

Bei sichtbaren Wangen der Treppe ist der Ablauf von Wasser seitlich an den Stufen zu vermeiden. Sofern der Beton nicht als Dränbeton erstellt wurde, ist dieser nach Ausführung des Gefälles (sofern dieses nicht vorhanden ist) mit einer Dichtschlämme, z. B. SCHÖNOX 1K-DS abgedichtet werden.

Als Lastverteilungsschicht wird dann ein Monokornmörtel, z. B. SCHÖNOX MSE eingesetzt. Die Verlegung der Naturwerksteinplatten erfolgt dann entweder unmittelbar mit einer entsprechenden Haftbrücke auf der Rückseite des Belages oder aber in Kombination mit einem Trasszementverlegemörtel. Bei der Verlegung der Stoßstufen wird nach deren Fixierung, der Hohlraum mit dem Monokornmörtel verfüllt. Dabei wird auf der Stoßrückseite (wie auf der Abdichtung) eine Haftbrücke aufzutragen, z. B. SCHÖNOX TT DUR, einem speziell für Außen- und hochbelastete Bereiche entwickelten Dünnbettmörtel.

 

Anwendungsbeispiel Außentreppe Naturwerkstein SCHÖNOX BALTERRA®  

Anwendungsbeispiel Außentreppe Naturwerkstein SCHÖNOX BALTERRA®

Verlegung von Fliesen und Platten:

Bei der Verlegung von Fliesen und Platten auf Außentreppenkonstruktionen zeigen sich die zuvor genannten Schäden häufig, auch bei einer normgerechten Ausführung. Zurückzuführen sind diese Schäden sehr häufig auf Eintritt von Niederschlag- oder Oberflächenwasser in die Konstruktion durch z.B. Risse im Belag, Flankenabrisse von elastischem Fugenmaterial an Bewegungsfugen etc. Die Folge ist die Durchfeuchtung des Mörtelbetts. Hieraus resultierend entstehen optische Beeinträchtigungen durch zum Teil starke Ausblühungen von Calciumcarbonat oder Silikat, Frostschäden am Mörtel und Verbundstörungen zum Belag. Um diesen Problemen vorzubeugen, hat sich die Verlagerung der Abdichtungsebene als Verbundabdichtung unmittelbar unterhalb des keramischen Belages auf der Lastverteilungsschicht bewährt. Durch diese Maßnahme wird die Durchfeuchtung der Konstruktion verhindert. Als Verbundabdichtung haben sich seit über 15 Jahren flexible zementäre Dichtschlämme bewährt. Hinweise zu Verbundabdichtungen können dem o.g. Merkblatt des Fachverbandes entnommen werden.

Immer wieder wird in den letzten Jahren von Problemen und Schadensfällen mit sog. Feinsteinzeugfliesen berichtet. Ohne es statistisch belegen zu können, kann man festhalten, dass diese Schadensfälle im Außenbereich gegenüber denen mit Steinzeugfliesen bzw. -platten überwogen haben. Über die jeweiligen Eigenschaften der Fliesenarten wird jedoch an dieser Stelle nicht weiter eingegangen.

Bei der Verlegung des keramischen Belages ist darauf zu achten, dass der Dünnbettmörtel für die jeweilige Art der Keramik geeignet ist. Insbesondere bei der Verlegung von Feinsteinzeug im Außenbereich kann es erforderlich sein, inzwischen am Markt erhältliche speziell formulierte Dünnbettmörtel zu wählen. Vorteile haben Dünnbettmörtel:

  • mit niedrigem bzw. optimalen W/Z-Wert
  • mit niedrigem Schwund
  • mit hohen Eigenfestigkeiten
  • mit schnellem Festigkeitsaufbau
  • mit dichtem Mörtelgefüge
  • mit geringer Wasseraufnahme
  • mit reduziertem Ausblühpotenzial

Diese Eigenschaften beschreiben im Wesentlichen die SCHÖNOX CLIMATRIX-Technologie. SCHÖNOX TT-DUR ist auf Basis dieser speziell für die Beständigkeit und Dauerhaftigkeit im Außenbereich entwickelten Technologie formuliert worden.

Des Weiteren sollten sie wie SCHÖNOX TT-DUR als Dünnbett- und Fließbettkleber zu verarbeiten sein, damit z.B. bei Podesten von Außentreppenanlagen eine möglichst hohlraumarme Verlegung gewährleistet ist.

Hohlräume zu vermeiden sollte auch das Ziel bei der Verlegung der Fliesen der Auftritt- und Stoßfliesen sein. Hier empfiehlt sich, die Verlegung im kombinierten Verfahren (Buttering-Floating-Verfahren) nach DIN 18157 auszuführen. Nur so ist gewährleistet, dass sich in evt. Hohlräumen eindringendes Oberflächenwasser sammeln kann. Folgen könnten dann wiederum die zuvor genannten Schäden oder optischen Beeinträchtigungen sein.

Verfugung der Oberbeläge von Außentreppen

Grundsätzlich ist immer darauf zu achten, dass ein Fugenmörtel verwendet wird, der zum jeweiligen Belag technisch passt. So empfiehlt es sich bei einem keramischen Belag unabhängig ob stranggezogenes oder trockengepresstes Material eine sog. Flexfuge zu verwenden. Gemäß der neuen Fugennorm DIN EN 13888 entspricht diese der Produktklassifizierung CG2 mit erhöhten Anforderungen. Häufig sind diese Fugen auch für die Verfugung von nicht verfärbungsempfindlichen Naturwerksteinen geeignet. Jedoch ist bei der Verfugung von Naturwerksteinen immer die jeweilige Oberflächenbeschaffenheit zu berücksichtigen. Insbesondere bei porigen Materialien oder Oberflächen kann es erforderlich sein, keine vergüteten und keine farbigen Fugenmörtel zu verwenden, da sich Dispersionspulver und Farbpigmente in den Poren festsetzen können, die nur schwer wieder zu entfernen sind.

Ein weiterer Aspekt bei Außentreppen, der zu berücksichtigen ist, ist die Verwendung von Streusalz, welches eine hohe Beanspruchung der Beläge und der Verfugungsmörtel ist. Empfehlenswert ist die Vermeidung von Tausalzen, nicht zuletzt aus Umweltschutzgründen. Sofern jedoch die Verwendung nicht vermieden werden kann, so ist dieses bei der Wahl des Belages und des Fugenmörtels zu berücksichtigen. Während bei Fliesen, Platten und viele Naturwerksteine gegen Tausalz unempfindlich sind, sollte bei der Wahl des Fugenmörtels eine Beständigkeit nachgewiesen werden. Z.B. SCHÖNOX PDF, eine hochbelastbare zementäre Fuge, erfüllt die Klasse 0 der Ö-Norm 3303 (Tausalzbelastung). Wie SCHÖNOX TT-DUR ist auch SCHÖNOX PDF auf Basis der SCHÖNOX CLIMATRIX-Technologie entwickelt worden.

Bei allen vor genannten technischen Aspekten zur richtigen Materialwahl, Untergrundvorbereitung etc. ist bei der Ausführung von Außentreppen vergleichbar zur Ausführung von Balkonen und Terrassen es erforderlich, die Arbeiten bei möglichst trockenem Wetter und Temperaturen > 5 °C der Luft und des Untergrundes auszuführen. Empfehlenswert sind Temperaturen > 10 °C, da bei darunter liegenden Temperaturen die Abbinde- und Erhärtungsgeschwindigkeit auch von schnellabbindenen Produkten abnimmt. Ggf. kann es auch erforderlich sein, die gesamte Konstruktion zu überdachen, wenn z.B. Niederschlag droht.


Autor
Andreas Keil

Leiter der Anwendungstechnik
für den Geschäftsbereich SCHÖNOX Fliesentechnik


Literatur

[1] ATV DIN 18352; VOB, Teil C: Allgemeine technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen Fliesen- und Plattenarbeiten
[2] DNV (Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.) „Bautechnische Information Naturwerkstein 1.3 Massivstufen und Treppenbeläge, außen Stand: 2001“
[3] Fachverband Deutsches Fliesengewerbe „Bodenbeläge aus Fliesen und Platten außerhalb von Gebäuden“
[4] Fachverband Deutsches Fliesengewerbe „Hinweise für die Ausführung von Abdichtungen im Verbund mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“
[5] DIN 18157 „Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren“; Teil 1: Hydraulisch erhärtende Dünnbettmörtel